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Mahnende Worte zum Abschied. George Careys letzte Teilnahme am Anglican Consultative Counsel als Erzbischof von Canterbury

Hongkong (tg) - Vom 15. - 25. September 2002 traf sich in Hongkong das Anglican Consultative Council. Hierbei handelt es sich um das bedeutendste Gremium der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft neben den nur alle zehn Jahre stattfindenden Lambeth-Konferenzen. Der scheidende Primas Erzbischof George Carey nahm zum letzten Mal in dieser Funktion an dem Treffen teil.

Die Sitzung war mit Spannung erwartet worden, da die Anglikanische Gemeinschaft von schweren Konflikten erschüttert wird. Gerade die Entscheidung der kanadischen Diözese New Westminster in Zukunft gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen, stieß weltweit auf Kritik. Einige afrikanische Bischöfe bezweifeln, daß die kanadische Diözese mit dieser Haltung noch innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft steht. Auch innerhalb der Diözese von New Westminster ist eine Spaltung denkbar.

Gerade die Probleme in Kanada veranlassten Carey dazu, alle anglikanischen Diözesen vor einseitigen Schritten zu warnen, die den Zusammenhalt der Gemeinschaft gefährden. Das Bistum New Westminster und dessen Bischof Ingham wurden namentlich genannt. Weiter wurden Überlegungen der australischen Diözese Sydney kritisiert, die es erwägen, Diakonen und Laien zu erlauben Eucharistiefeiern vorzustehen. Eine solche Entscheidung würde sowohl die Anglikanische Gemeinschaft spalten, als auch die Gespräche mit der Römisch Katholischen, wie auch der Orthodoxen Kirche erschweren. Außerdem bekannte sich Carey als Primas ausdrücklich zur Einheit der Anglikanischen Gemeinschaft in der Lehre auf Basis der Bekenntnisse (Apostolicum und Nicäno-Konstantinopolitanum) und dem Primat der Schrift. Von den finanziell besser gestellten Kirchen forderte Carey stärkeres Engagement für die ärmeren Kirchen in der Dritten Welt.

 


Photo Anglican World / J. Rosenthal

George Carey (links) zusammen mit seinem designierten Nachfolger Rowan Williams

 

Von vielen wird mit Spannung erwartet, ob es Careys Nachfolger Rowan Williams gelingen wird, die Anglikanische Gemeinschaft durch diese Herausforderungen zu führen. Seine gerade in Fragen der Moral liberalen Ansichten sorgen zwar bei vielen für Bedenken, aber er kündigte an, die Mehrheitsmeinung der anglikanischen Bischöfe, wie sie z. B. in den Lambeth-Resolutionen ausgedrückt werden, zu achten.

 

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