Hintergrundinfomation: Der Auswahlprozeß

Der Erzbischof von Canterbury wird in einem komplizierten Verfahren ermittelt, bei dem sowohl der britische Staat wie die anglikanische Kirche beteiligt sind. Zunächst wird eine Kommission eingesetzt, der insgesamt 16 Mitglieder angehören. Davon sind 13 stimmberechtigt. Vertreten sind Laien, Priester und Bischöfe. Einer der nichtstimmberechtigen Mitlieder ist der Generalsekretär der Anglikanischen Gemeinschaft. Er ist das einzige Mitglied, das nicht der Church of England angehört. Diese Kommission einigt sich auf zwei Kandidaten, die dem Premierminister vorgeschlagen werden. Hierbei legt sie eine Reihenfolge fest. Der Premierminister ist nicht an diese Reihenfolge gebunden, außerdem kann er von der Kommission weitere Vorschläge verlangen. Sobald er sich nun für einen Kandidaten entschieden hat, schlägt er diesen der Queen vor, die ihn offiziell ernennt. Die Wahl durch das Kapitel der entsprechenden Kathedrale ist reine Formsache.

Das jetzige System versucht den Interessen von Staat und Kirche gerecht zu werden. In der Vergangenheit hatte die Kirche kein Mitspracherecht.