Theologie und Glaube


Weihnachten, das Kommen des göttlichen Kinds

 

 

Der Sohn Gottes ist gekommen. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden wie wir. Das Feiern wir an Weihnachten.

Wenn wir die Weihnachtsgeschichte bei Lukas lesen, dann scheinen Teile seines Berichts nicht zu einem so großartigen Ereignis zu passen. Er berichtet uns, dass Jesus in eine Krippe gelegt werden musste, weil in der Herberge kein Platz mehr war. Gibt es einen unerwarteteren Platz für den neugeborenen Gottessohn als eine Krippe? Christus ist nicht nur Mensch geworden sondern er ist dies in einer ärmlichen Umgebung geworden.

Der ewige Sohn Gottes lässt sich als hilfloses Kind in die Krippe legen. Er der in Macht und Herrlichkeit kommen könnte. Das ist ein schwer verständliches Geheimnis. Uns geht es meist darum aus der Armut und aus der Schwäche herauszukommen. Christus nimmt gerade dies auf sich. Er ist uns in der Schwäche und in der Armut nahe.

Mit seiner Armut und seiner Schwäche stellt Jesus uns in Frage. Wenn er sich für die Armut entschieden hat, dann kann auch für uns Macht und Reichtum nicht an erster Stelle stehen. Wenn Christus dies alles auf sich nimmt, dann dürfen auch wir das wagen. Er hat es uns vorgemacht. Er der Sohn Gottes. Er der wahre Mensch. Er unser Retter. Wenn er freiwillig schwach und hilflos wurde, dann können auch wir unsere Schwäche und Hilflosigkeit ertragen. Wir müssen nicht daran verzweifeln. Er macht es uns vor.

 

 

 

 

Das Kind in der Krippe stellt uns noch weiter in Frage. Wo suchen wir Hilfe? Bei den Armen und Schwachen oder bei den Reichen und Mächtigen? Meist wohl eher bei den letzteren. Doch hier ist die wahre Hilfe, die Rettung, die Erlösung gerade nicht im Palast des Herodes zu finden sondern in der Krippe. Das kleine schwache Kind in der Krippe ist der wahre König, der wahre Retter. Hätten wir ihn erkannt?

Das Kind in der Krippe fordert uns heraus. Es hat die Welt durcheinandergebracht. Es hat ihre Werte, Macht und Reichtum, in Frage gestellt. Mitten in diese geordnete Welt ist ein Retter geboren. Nicht als Mächtiger sondern als kleines Kind. Und doch ein Kind das größer ist als die ganze Welt. Unser wahrer König, unser Retter liegt in der Krippe. Feiern wir ihn! Kommen wir zu ihm!

Thomas Gerold

 

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