Theologie und Glaube


 

Advent - Zeit der Erwartung

 

Die Wochen vor dem Weihnachtsfest sind der Advent. In dieser Zeit warten wir auf das Kommen Jesu Christi. Wir warten zunächst auf die Feier seiner Geburt. Aber zugleich erinnert uns der Advent auch an unser dauerndes Warten auf Christus. Denn als Christen erwarten wir seine Wiederkunft. Wir sind in einer ähnlichen Situation wie die Menschen damals vor 2000 Jahren. Wir warten heute genauso wie damals.

Diese große Erwartung ist bei uns nun in Gefahr in den Hintergrund zu rücken. Ähnlich wie der Stress der Adventszeit die Vorbereitung auf Weihnachten zu erdrücken droht, verdrängen die vielen Sorgen des Lebens die Erwartung der Wiederkunft Christi. Wir denken an soviel anderes, daß für Christus kaum noch Platz bleibt. Da gibt es je nach Lebensphase, Schule, Uni, Beruf, das Viele, was man im Ruhestand noch erledigen möchte und zuletzt die Mühseligkeiten des Alters. Da muß man sich Zeit nehmen, daß man sich davon für kurze Zeit lösen kann. Da muß man erst daran erinnert werden, daß wir eine Hoffnung haben, die über diese Welt hinausgeht. Diese Hoffnung geht sonst im allgemeinen Trubel unter.

 

 

 

Der Advent kann uns nicht nur daran erinnern, daß wir auf Christus warten. Der Advent ist auch eine Zeit der Vorbereitungen auf Weihnachten. Da müssen Geschenke und der Christbaum gekauft werden, da werden Plätzchen gebacken und die Wohnung geschmückt. Das alles mag nicht unbedingt notwendig sein, das Entscheidende ist es gewiss nicht, und doch trägt das alles zum Fest bei. Für die zweite Ankunft Christi müssen wir uns nun auch vorbereiten. Wir müssen so werden, wie wir ihn empfangen wollen. Oder wollen wir ihn etwa mit unserem Hass und unserer Gier empfangen? Da hat jeder von uns an sich sehr viel zu arbeiten. Das läßt sich nicht in ein paar Wochen erledigen. Aber im Laufe unseres Lebens können wir doch ein Stück weit kommen. Sollen wir darauf nicht mehr Energie verwenden, als auf die Vorbereitung des sich jährlich wiederholenden Weihnachtsfestes? Packen wir es doch an. In diesem Advent und in dem langen Advent bis zum Kommen des Herrn.

Thomas Gerold

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