Persönlichkeiten von gestern und heute


 

Felicitas und Perpetua - Märtyrerinnen in Karthago

 

Perpetua und Felicitas, deren Gedächtnis die Kirche am 7. März feiert, waren zwei junge Frauen im Karthago am Anfang des dritten Jahrhunderts nach Christus. Gemeinsam mit ihren Gefährten Revocatus, Saturninus und Secundulus wurden sie als Christen verhaftet. Ihr Schicksal ist uns in einem Passionsbericht überliefert.

Perpetua war zweiundzwanzig Jahre alt, verheiratet, aus einem wohlhabenden Elternhaus und von guter Erziehung. Sie wurde erst kurz vor ihrem Martyrium getauft und war Mutter eines Säuglings. Im Passionsbericht wird erzählt, wie der Vater sie vom Christentum abzubringen versuchte, um ihr Leben zu retten. Doch Perpetua blieb treu bei Christus und wurde gemeinsam mit ihren Gefährten gefangen genommen. Der Passio zufolge stillte sie ihr Kind im dunklen Kerker so lange, bis es ihr schließlich genommen und ihren Verwandten übergeben wurde.

Felicitas war von anderer Herkunft. Sie war Sklavin. Zum Zeitpunkt der Gefangennahme war sie schwanger und als Schwangere durfte sie nicht hingerichtet werden. Dies war für sie aber ein Anlass zur Sorge; denn eine Verschiebung ihrer Hinrichtung hätte bedeutet, dass sie später getrennt von ihren Gefährten hingerichtet worden wäre. Doch sie gebar vor dem angesetzten Hinrichtungstermin ihr Kind, das von einer anderen Christin aufgezogen wurde. Felicitas schrie während der schmerzhaften Geburt. Einer der anwesenden Wärter fragt sie, wie sie denn die Schmerzen aushalten wolle, wenn sie von den wilden Tieren zerfleischt wird, wenn sie doch schon unter den Schmerzen der Geburt schreie. Felicitas erwidert daraufhin: "Jetzt bin ich es, die leidet. Aber dann wird ein anderer in mir sein, der für mich leiden wird, weil ich dabei bin, für ihn zu leiden." Für diesen Ausspruch rechnet Charles Williams sie, die einfache Sklavin, - in seinem Werk The Descent of the Dove - unter die großen Theologen der Christenheit. Sie bringe darin zum Ausdruck, was es heißt zu glauben. So sehr mit Christus eins zu werden, dass er es ist, der in uns leidet.

 

 

 

 

Am 7. März 202 oder 203 wurden Felicitas, Perpetua und ihre Gefährten zur Feier des kaiserlichen Geburtstags ins Amphitheater geführt. Sie wurden erst den Tieren vorgeworfen; Saturus und Revocatus - Secundulus war schon im Gefängnis gestorben - den Leoparden, Felicitas und Perpetua wurden mehrfach von einer wilden Kuh niedergeworfen. Schließlich wurden die Schwerverletzten mit dem Schwert erschlagen.

Der Bericht über das Leiden von Felicitas und Perpetua wurde bald nach ihrem Tod niedergeschrieben. Vermutlich handelt es sich um einen Augenzeugenbericht. Ihre Leidensgeschichte wurde damals festgehalten, um anderen Christen als Vorbild dienen. Und Vorbilder sind sie noch heute. Sie zeigen die unbedingte Bereitschaft, das eigene Leben für Christus hinzugeben. Eine Bereitschaft, die von jedem Christen gefordert ist. Felicitas, Perpetua und ihre Gefährten sind deshalb bis heute ein besonders gutes Beispiel, weil sie keine bedeutenden Persönlichkeiten waren. Keine Bischöfe, keine großen Theologen, sondern im Falle der Felicitas sogar eine einfache Sklavin, die damals zur Zeugin für Christus wurde. Sie weist damit auch den heutigen Christen den Weg! Christus - ohne Rücksicht auf das eigene Leben - nachzufolgen, sind alle Christen ohne Ausnahme berufen!

Thomas Gerold

 

Externe Links:

The Passion of the Holy Martyrs Felicitas and Perpetua (Englische Übersetzung)



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03.03.2004